Birgit Vanderbeke

* 08.08.1956 in Dahme
† 24.12.2021
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Angelegt am 28.12.2021
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Über den Trauerfall (8)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Birgit Vanderbeke, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Birgit Vanderbeke

28.12.2021 um 15:55 Uhr von Redaktion

Birgit Vanderbeke (* 8. August 1956 in Dahme, Kreis Luckau, DDR; † 24. Dezember 2021) war eine deutsche Schriftstellerin.

Leben

28.12.2021 um 15:54 Uhr von Redaktion

Vanderbeke wuchs nach der Übersiedlung ihrer Familie in den westlichen Teil Deutschlands im Jahre 1961 in Frankfurt am Main auf, wo sie später auch Jura, Germanistik und Romanistik studierte. Ab 1993 lebte sie als freie Autorin in Südfrankreich, ihrer neuen Wahlheimat. Sie starb überraschend im Dezember 2021 im Alter von 65 Jahren.

Werk

28.12.2021 um 15:53 Uhr von Redaktion

Ihr bekanntestes Werk ist die Erzählung Das Muschelessen, in der Mutter, Sohn und Tochter beim Abendessen auf den Vater warten. Dieser verspätet sich, und so lässt die achtzehnjährige Tochter das von einem dominierenden Vater geprägte Familienleben und ihre bürgerlich-kleinkarierten Verhältnisse Revue passieren. Je mehr sich die Ankunft des Vaters verzögert, desto unheimlicher und bedrohlicher wird die Stimmung. Vanderbeke trug 1990 einen Auszug aus diesem Text im Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis vor und gewann.

 

In den meisten ihrer Bücher herrscht keine düstere Atmosphäre; die kleinbürgerliche Alltagswelt wird mit viel Ironie, Humor und Leichtigkeit im Ton geschildert, wobei Vanderbeke insbesondere in einigen ihrer frühen Texte inhaltlich jedoch auch dezidiert Stellung zu beziehen wusste. Der autobiographisch gefärbte Text Geld oder Leben von 2003 ist ein leichtfüßiger Gang durch die Lebensverhältnisse und -gefühle der Nachkriegsjahrzehnte.

 

In Ich will meinen Mord macht sich Vanderbeke mit literarischen Zitiertechniken lustig über den vom Verlagsbetrieb her naheliegenden Druck, einen Kriminalroman als potentiellen Bestseller zu liefern. In einer Inszenierung des Werks Der Fremde im Zug des Regisseurs Alfred Hitchcock finden sich vielerlei spielerische Anklänge und unerwartete Drehs, die sie amüsant machen sollen.

Bücher

28.12.2021 um 15:52 Uhr von Redaktion

Das Muschelessen, Erzählung. Rotbuch, Berlin 1990, ISBN 3-596-13783-7 (1993 als Rotbuch-Taschenbuch, Band 77, ISBN 3-88022-097-2 / als Fischer-TB Band 13 783, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-596-13783-7).

Fehlende Teile, Erzählung. Rotbuch, Berlin 1992, ISBN 3-596-13784-5.

Gut genug, Erzählung. Rotbuch, Berlin 1993, ISBN 3-596-13785-3 (1996 als Rotbuch-Taschenbuch, Band 1030, ISBN 3-88022-398-X / als Fischer-Taschenbuch Band 13 785, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-596-13785-3).

Ich will meinen Mord, Rowohlt, Berlin 1995, ISBN 3-596-15925-3.

Friedliche Zeiten, Erzählung. Rotbuch, Hamburg 1996, ISBN 3-596-13786-1 (als Fischer-Taschenbuch, Band 13 786, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-596-13786-1).

Alberta empfängt einen Liebhaber, Erzählung. Fest, Berlin 1997, ISBN 3-596-14198-2 (als Hörbuch: 2 MC bei Hörverlag München 1998, ISBN 3-89584-451-9).

Ich sehe was, was Du nicht siehst, Fest, Berlin 1999, ISBN 3-8286-0100-6 (als Fischer-Taschenbuch, Band 15 001, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-596-15001-9).

Hexenreden (mit Gisela von Wysocki und Marlene Streeruwitz). In: Göttinger Sudelblätter, Wallstein, Göttingen 1999, ISBN 3-89244-372-6.

Ariel oder der Sturm auf die weiße Wäsche (Redaktion und Nachwort Ralph Schock). In: Rede an die Abiturienten des Jahrgangs 2000, Gollenstein, Blieskastel 2001, ISBN 3-933389-44-5.

Abgehängt, Erzählung. S. Fischer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-10-087020-4 (als Fischer-Taschenbuch, Band 15 622, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-596-15622-X).

Gebrauchsanweisung für Südfrankreich, Piper 7515, München / Zürich 2002, ISBN 3-492-27515-X.

Geld oder Leben, S. Fischer, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-10-087021-2.

Schmeckt’s?, Kochen ohne Tabu. S. Fischer, Frankfurt am Main 2004, ISBN 978-3-10-087025-4.

Sweet sixteen, S. Fischer, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-10-087026-3.

Die sonderbare Karriere der Frau Choi, S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-087086-5 (als Fischer-Taschenbuch Band 17 460, Frankfurt am Main 2009, ISBN 3-596-17460-0).

Das lässt sich ändern, Piper, München / Zürich 2011, ISBN 978-3-492-05456-0.

Die Frau mit dem Hund, Piper, München / Zürich 2012, ISBN 978-3-492-05511-6.

Der Sommer der Wildschweine, Piper, München / Zürich 2013, ISBN 978-3-492-05622-9.

Ich freue mich, dass ich geboren bin, Piper, München / Zürich 2016, ISBN 978-3-492-05754-7.

Wer dann noch lachen kann, Roman. Piper, München / Zürich 2017, ISBN 978-3-492-05839-1.

Alle, die vor uns da waren, Roman. Piper, München / Zürich 2020, ISBN 978-3-492-31460-2

Auszeichnungen

28.12.2021 um 15:51 Uhr von Redaktion

1990: Ingeborg-Bachmann-Preis für den Vortrag ihres Wettbewerb-Textes aus Muschelessen

1997: Kranichsteiner Literaturpreis für ihr Gesamtwerk

1999: Solothurner Literaturpreis

1999: Roswitha-Preis

2002: Hans-Fallada-Preis

2007: Brüder-Grimm-Professur an der Universität Kassel

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